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Neues vom AMBULANTICUM®

MedEcon Magazin Special: Technisch Assistierte Rehabilitation

MM20 Smart_Rehab_webIm MedEcon Magazin 20 wurde ein Special zum Thema "Technisch Assistierte Rehabilitation" veröffentlicht. Der Artikel berichtet unter anderem von den innovativen und wohnortnahen Versorgungskonzepten des AMBUMANTICUM® in der neurologischen Rehabilitation.

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MedEcon Magazin Special: Technisch Assistierte Rehabilitation

Quelle: MedEcon Magazin 20, MedEcon Ruhr

Politik soll mehr Geld für Therapien Loseisen

Quelle: WAZ, Foto und Text: Steffen Gerber 

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Foto: Steffen Gerber

Reha nach neurologischen Erkrankungen: Was Marion Schrimpf und Dr. Bernd Krahl sowie die Therapeuten im AMBULANTICUM® in Herdecke leisten, zeigten sie nun den Bundestagsabgeordneten Ralf Kapschack und René Röspel. Von der Politik erhoffen sie sich mehr Geld.

Durch das Schicksal von Michael Schumacher sind Schädel-Hirn-Verletzungen aktueller denn je. Doch noch immer wissen viele aus der Region nicht, dass im AMBULANTICUM® am Nacken in Herdecke Spezialisten Patienten mit neurologischen Erkrankungen behandeln und ihnen bei der Rückkehr in ein möglichst selbstständiges Leben helfen wollen bzw. können.

Die Geschäftsführer Marion Schrimpf und Dr. Bernd Krahl wollten dies nun den SPD-Bundestagsabgeordneten Ralf Kapschack und René Röspel erklären, damit diese das Potenzial dieser Einrichtung erkennen und sich in Berlin „für eine bessere Versorgung der Therapie“ einsetzen mögen. Das Gesellschafter-Paar wünscht sich eine Ermutigung vom Gesetzgeber und eine Stärkung der wohnortnahen Versorgung. Natürlich geht es dabei zuvorderst ums Geld.

Computergesteuerte Greif-Simulation

René Röspel hat Rücken. Kommt vom vielen Sitzen, sagt er. Eine Kleinigkeit im Vergleich zu den Patienten, die sonst etwa nach einem Schlaganfall am Gerät „Armeo Spring“ ihre Armbeweglichkeit trainieren oder wieder herstellen wollen. Bei dieser Greif-Simulation sollen Äpfel aus unterschiedlichen Positionen in einen Korb gepackt werden, alles mitzuverfolgen auf einem Computer-Bildschirm. Beeindruckt blicken die beiden Politiker auf diese Übungsstation und schlendern weiter interessiert durch die Räume am Leharweg.

„Mich erinnert das alles an das Schwelmer Modell“, vergleicht Röspel dies mit der ganzheitlichen und interdisziplinären Therapie für Neurodermitis und Allergieberatung. Auch dabei sei deutlich geworden, wie begrenzt die Kassenmittel seien und welche Hürden die evidenzbasierte Medizin mit sich bringe. „Die Nachsorge ist wichtig, auch für die Pflege sollte es Forschungsgelder geben“, so der Abgeordnete, der lange Mitglied der Enquete-Kommission zu ethischen Fragen der modernen Medizin war.

Schrimpf meint: „Wir bräuchten weniger Pflege, wenn vernünftige Therapien mehr unterstützt würden.“ Gesetzliche Unfallversicherungen kommen mitunter für Delfin-Therapien auf, für die ambulante Reha und Unterstützung ins aktive Leben gebe es zu wenig. „Zumal wir ja wirtschaftlich noch nutzbar sind“, meint Krahl, der sich selbst als Schwerstpatient nach zwei aufeinander folgenden Hirninfarkten zurückgekämpft hat. Am persönlichen Einsatz der beiden hartnäckigen Geschäftsführer („Wir werden hier nicht reich, wir kämpfen um eine bessere Versorgung“) mangele es sicher nicht, erkennt Kapschack an. „Und doch können wir nicht per Fingerschnipsen Geld beschaffen, das man dann ja woanders wegnehmen müsste.“ Die strikte Aufteilung in der Gesundheitspolitik sei nicht immer im Sinne der Menschen.

Kampf um Förderung

Daher will Schrimpf aufzeigen, welche Möglichkeiten etwa zur Forschung das AMBULANTICUM® biete und warum sie um Fördergelder für eine mögliche Referenzeinrichtung kämpft. Die Therapie-Studie, die hier noch bis April 2015 läuft, sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Und mit guter Therapie lasse sich Geld sparen, so Krahl. Weitere Idee: Pflegende Angehörige könne man über einen Sozialfonds entlasten.

Aus Sicht der AMBULANTICUM-Gründer gehe zu viel Geld in die Erforschung der Technik. Röspel vergleicht dies mit hohen Ausgaben für weitere Krebs-Erkenntnisse, wobei das Nichtraucher-Schutz-Gesetz eigentlich wichtiger war. Daher hofft Schrimpf auf Veränderungen im System, zumal die Halbwertzeit in der Medizin fünf Jahre betrage. „Das Beispiel Schumacher zeigt, wie gut die Akut-Medizin bereits ist, früher wären Menschen nach einer Operation ohne Öffnung der Schädeldecke gestorben.“ Ebenso wichtig sei aber die Nachsorge der Patienten: „Wir brauchen mehr Unterstützung für die Menschen.“

Medizintechnik und Robotik beim Girls'Day im Bundeskanzleramt

Quelle: www.tk.de

Bei der Auftaktveranstaltung zum Girls'Day 2014 im Kanzleramt besucht Bundeskanzlerin Angela Merkel den Aktionsstand der TK.
 

Girlsday034 webFoto: Techniker Krankenkasse

Die TK setzt sich aktiv für ein modernes Gesundheitswesen ein und gestaltet dies über neue Versorgungsangebote auch mit. Ein aktuelles Beispiel dafür zeigen die TK und das AMBULANTICUM® Herdecke in Berlin: Die teilnehmenden Mädchen lernen am Girls'Day Beispiele für Robotik und Medizintechnik kennen, die Kindern und Erwachsenen mit motorischen Entwicklungsstörungen oder stark eingeschränkter Bewegungs- und Gangfähigkeit helfen, wieder beweglicher zu werden.

Auf dem Stand der TK im Bundeskanzleramt schlüpfen die Schülerinnen in die Rolle des Medizintechnikers und bedienen zum Beispiel den Roboterarm des Armeo-Spring: Ein neu entwickelter Armtrainer für ein funktionelles dreidimensionales Training der oberen Extremität. Ein Federmechanismus gewährleistet eine regulierbare Gewichtsentlastung des zu therapierenden Arms und unterstützt die Durchführung von funktionellen Armbewegungen. Auch bei geringen Restfunktionen eines Arms ermöglicht das Gerät so dreidimensionale, alltagsnahe Bewegungen und stellt diese über das Sensorensystem als "Biofeedback" auf einem Monitor dar. Verloren gegangene Bewegungsmuster werden so trainiert und wieder angeleitet. Eine flexible Computersoftware ermöglicht ein effektives Training von einfachen bis komplexen Bewegungsaufgaben, das auch noch Spaß macht. Zur Lösung dieser Aufgaben muss der Patient kognitiv arbeiten, um eigenständig Strategien umzusetzen und das visuelle Feedback mit seinen eigenen Bewegungen zu koppeln.

Das AMBULANTICUM® 
Für die Rückkehr in ein möglichst selbstständiges und aktives Leben bündelt das AMBULANTICUM® Behandlungsverfahren aus der Physio-,
Ergo-, und Sporttherapie sowie der Logopädie und modernster, robotik-assistierter und computergestützter Biofeedback-Therapie unter einem Dach - ein Konzept, das vollkommen neu und bisher einzigartig in Deutschland ist. Ziel ist es, durch individuelle, gezielte Behandlungen und innovative Therapiemaßnahmen eine nachhaltige Verbesserung der Bewegungsfähigkeit zu erreichen und diese für den Alltag der Patienten nutzbar zu machen. Dabei wird angestrebt, die Mobilität der Patienten zu verbessern und zu stabilisieren. Sie sollen in die Lage versetzt werden, ein größtmögliches Maß an Selbstständigkeit zu erreichen.

Für die Mädchen auf dem Girls'Day im Bundeskanzleramt bietet die präsentierte Technik die Gelegenheit, einen Eindruck von dem immer noch männerdominierten Berufsbild der Medizintechnik und Robotik zu erhalten.

Über den Girls'Day
Der Girls'Day Mädchenzukunftstag ist das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen weltweit. Seit dem Start der Aktion im Jahr 2001 haben mehr als 1,3 Millionen Mädchen teilgenommen. Im Jahr 2013 erkundeten rund 109.000 Mädchen Angebote in Technik und Naturwissenschaften.
 

Quelle: Techniker Krankenkasse

Weitere Informationen:
Fotos der Veranstaltung auf Flickr
Artikel auf tk.de

Video der TK auf Youtube:

Medien

Bericht WP: Austausch in Zeiten politischer Spannung

Quelle: Westfalenpost & Westfälische Rundschau, Von Steffen Gerber

Russische Hospitanten erhalten im AMBULANTICUM® neue Impulse. Lob für spielerische Reha-Methoden.
 

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Foto: Steffen Gerber/Westfalenpost & Westfälische Rundschau
Dr. Bernd Krahl (Mitte) mit seinen vier russischen Schützlingen links von ihm,
dem Übersetzer Viktor Wentland (re.) und Marion Schrimpf (2. v. re.). 

Herdecke. Schlag auf Schlag geht es im AMBULANTICUM® zu. Bis Samstag waren russische Ärzte und Therapeuten am Nacken in Herdecke zu Gast, an diesem Dienstag steht eine Auszeichnung für das ambulante Therapiezentrum im Bundeskanzleramt in Berlin auf dem Programm. Ganz zur Freude der Geschäftsführer Marion Schrimpf und Dr. Bernd Krahl.

Doch noch wirkt der Besuch aus dem südlichen Ural nach. Aus der Grenzstadt Magnitogorsk mit 400 000 Einwohnern (der Westteil liegt in Europa, der Ostteil in Asien) hospitierten vier Mediziner eine Woche lang am Leharweg. „Wir bemühen uns schon länger, Patienten aus Russland hier hin zu vermitteln“, berichtet Marion Schrimpf, dass die neurologischen Therapien über Herdecker Grenzen hinaus bekannt sind. „Uns geht es hier um die Akut-Versorgung bis hin zur späteren Nachsorge wie die Integration in den Beruf“, erklärt Bernd Krahl, der sich nach zwei Schlaganfällen zurück ins Leben kämpfte. Dass der Pflegebedarf bei Krankheiten wie Multiple Sklerose, Parkinson oder ADL einen hohen Personalaufwand mit sich bringt, war nur eines der Themen, die die Geschäftsführer mit den Russen besprachen. Die Ärzte (Chirurg, Neurologe) und Therapeutinnen wollten sich über die Standards informieren, die es in Deutschland bei der Rehabilitation nach neurologischen Erkrankungen gibt. „Die Reha bei uns ist schon besser geworden, vor allem bei der Akut- und Frühversorgung. Aber hier in Herdecke erhalten wir Hilfestellung für weitere Impulse, etwa bei der Notfall- Betreuung und der Versorgung der Patienten“, übersetzte Viktor Wentland die Eindrücke der Gäste.

Kritik an finanzieller Lage

„Auch wir können viel von der anderen Seite lernen, etwa bei der emotionalen Zuwendung zugunsten der Patienten. In Russland gehören Krankheiten zum gesellschaftlichen Straßenbild, bei uns ist das nicht der Fall“, entgegnete Krahl, der mit einem Seitenhieb die geringe finanzielle Ausstattung für eine noch bessere Betreuung beklagt.

Lob fanden hingegen spielerische Reha-Methoden im AMBULANTICUM®, der Therapiegarten im Freien, die Patienten-Motivation, das abwechslungsreiche Programm, der angenehme menschliche Umgang zwischen Patient und Therapeut sowie das lockere Ambiente. „Das ist weit entfernt von Krankenhaus-Atmosphäre“, sagten Alexander Subbotin, Marija Tschelischeva, Anna Grusdeva und Olga Samojlova. „Wir können das alles zwar nicht 1:1 übernehmen, nehmen aber viele nützliche Hinweise mit.“ Im Gegenzug könnte ein Einladung nach Magnitogorsk erfolgen, wo das Quartett für ein großes Stahlwerk in dem dazugehörigen Krankenhaus mit 700 Betten arbeitet.

Anfang April kommt der nächste russische Patient mit einer Parkinson- Erkrankung für einen Monat ins AMBULANTICUM®. Kein Einzelfall, wobei die Dauer des Aufenthalts variiert. Über die zentrale Dienstleistungsstelle für internationale Patienten namens Interklinika mit Sitz in Essen und das Gesundheitswirtschafts- Netzwerk Medecon Ruhr besteht schon länger Kontakt zwischen den Herdeckern und den Russen. „Dabei ist der Dolmetscher schon sehr wichtig“, sagt Marion Schrimpf, „denn bei den Therapien darf es keine Kommunikationsprobleme zwischen Patient und behandelndem Arzt geben.“

Fazit: In Zeiten politischer Spannungen zwischen Europäern und Russen verlief der Austausch in Herdecke erfreulich entspannt, konfliktfrei und verständnisvoll.

 

Den vollständigen Bericht können Sie hier als PDF herunterladen.

PRESSEINFORMATION: Landeszentrum Gesundheit fördert AMBULANTICUM®

Landeszentrum Gesundheit fördert Begleitforschung am Herdecker Therapiezentrum AMBULANTICUM®.
Hochschule für Gesundheit erhält Förderbescheid über 121.206,47 Euro.

Das AMBULANTICUM® in Herdecke erzielt einen weiteren Erfolg auf dem langen Weg in die Regelversorgung: Das Landeszentrum Gesund-heit fördert die Begleitforschung des Therapiekonzepts durch die Hoch-schule für Gesundheit (hsg) mit rund 121.000 Euro. In Anwesenheit der Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Anne Friedrichs übergab Arndt Winterer, Direktor des Landeszentrums, den Zuwendungsbescheid an Prof. Dr. Sascha Sommer vom Studienbereich Logopädie der hsg.

„Ich freue mich, wenn die Begleitforschung der hsg einen Beitrag leisten kann, damit künftig möglichst viele besonders schwer durch einen Schlaganfall beeinträchtigte Menschen zusätzliche Hilfe erhalten“, so Arndt Winterer. „Das mutige und beeindruckende Engagement im AMBULANTICUM® hätte diesen Erfolg verdient.“

Aufgabe des Evaluationsprojekts ist die wissenschaftliche und medizin-ökonomische Bewertung des Therapiekonzepts „Schritt vorwärts“, das vom AMBULANTICUM® in Herdecke gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse (TK) zur Behandlung chronifizierter Funktionseinschränkungen in der Spätrehabilitation entwickelt wurde. „Schritt vorwärts“ soll Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen helfen, die nach einem Schlaganfall, einer Schädel-Hirn-Verletzung oder ähnlichen Erkrankungen seit längerem gehunfähig bzw. in ihrer Mobilität stark eingeschränkt und auf Hilfspersonen angewiesen sind.

Die schweren Beeinträchtigungen der Bewegungsfunktionen und der Funktionen von Gelenken, Knochen, Muskeln und Reflexen werden dabei durch eine beispielgebende Kombination aus Physio-, Ergo-, Sport-therapie und Logopädie mit modernster robotikassistierter und computergestützter Biofeedback-Therapie behandelt.

Das Förderprojekt „Wege vorwärts – Evaluation eines innovativen Versorgungskonzepts für die Spätrehabilitation von neurologischen Erkrankungen unter Einbeziehung robotik- und gerätegestützter Therapieverfahren“ ist für 18 Monate geplant und startet am 15.12.2013.

HINTERGRUND

Das AMBULANTICUM® ist ein rein ambulantes Therapiezentrum. Gegründet wurde es von Dr. Bernd Krahl, der mit 60 Jahren selbst vom Schlag(anfall) getroffen wurde. Die Ärzte setzten seine Überlebenschance auf höchstens zehn Prozent fest. Krahl konnte sich fast nicht mehr bewegen, kaum sprechen und schlucken. Heute leitet er gemeinsam mit seiner Frau in der Geschäftsführung sein eigenes Therapiezentrum: Das AMBULANTICUM®.

Gegenwärtig sind die am AMBULANTICUM® erbrachten Therapieleistungen nicht Teil der Regelversorgung. Eine generelle Kostenübernahme besteht derzeit für bei der TK versicherte Patientinnen und Patienten auf Grundlage einer zwischen dem AMBULANTICUM® und der TK geschlossenen Rahmenvereinbarung.

Da das Programm „Schritt vorwärts“ speziell für die Behandlung chronifizierter Funktionseinschränkungen in der Spätrehabilitation entwickelt wurde, werden nur Patientinnen und Patienten in die Evaluation aufgenommen werden, deren Krankheitsbeginn bzw. Krankheitsereignis mindestens ein Jahr zurückliegt.

Bilder Presseinformation 131213

Bildunterzeilen:
Bild 1:
Von links nach rechts: Dr. Bernd Krahl (Ambulanticum), Prof. Dr. Sascha Sommer (hsg), Prof. Dr. Anne Friedrichs (hsg), Arndt Winterer (LZG.NRW)
Bild 2:
Übergabe des Zuwendungsbescheids, vorne rechts: Patientin Andrea Dargatz trainiert mit dem Gangroboter.

Quelle:
Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW)
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mirko Kösterke
Westerfeldstraße 35/37
33611 Bielefeld

Tel.: 0521 8007-3777
Fax: 0521 8007-2777
This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

derwesten.de – Einblicke ins Hirn helfen Patienten

Im Herdecker Ambulanticum können Ärzte den Therapieerfolg bei Schlaganfallpatienten auf dem Monitor verfolgen. Eine neue Methode, die Hirnströme zu analysieren, hilft dabei.

Dem Gehirn zusehen, wie es den Körper bewegt. Diesen Traum von Medizin und Wissenschaft erfüllen sich jetzt Ärzte und Therapeuten von Schlaganfallpatienten im Ambulanticum am Leharweg in Herdecke. In Zusammenarbeit mit der „Sensor-Basierte Neuronal-Adaptive Prothetik GMBH“ (SNAP) aus dem Bochumer BioMedizinZentrum entwickelten sie im Ambulanticum eine Methode, um durch Messung der Gehirnströme (Elektroenzephalogramm, EEG) bereits während der Bewegung von Körperteilen Aufschluss darüber zu bekommen, ob sich zum Beispiel Trainingseffekte bei Muskeln einstellen.

Dass das Gehirn nahezu sämtliche Körperbewegungen mehr oder weniger bewusst steuert, ist der Medizin schon lange bekannt. Nun aber können die Wissenschaftler zusehen, an welcher Bewegung welche Regionen des Gehirns wie stark beteiligt sind. Bewegt sich zum Beispiel ein Arm, wird im Gehirn ein entsprechendes, typisches Muster erzeugt, welches dann durch das EEG sichtbar gemacht wird.

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Im Ambulanticum am Leharweg in Herdecke wurde eine Methode entwickelt, um dem Gehirn des Menschen bei der Bewegung des Körpers zusehen zu können. Von links nach rechts: Prof. Dr. Weigelt (RUB), Dr. Bernd Krahl (Ambulanticum), Patientin Susanne Boestfleisch (49) und Uwe Seidel (Geschäftsführer SNAP GmbH).
Foto: Jürgen Theobald

Wozu das ganze? Besonders Schlaganfallpatienten sind in ihrer Motorik häufig stark eingeschränkt. In der Therapie kann durch gezieltes Training die Mobilität jedoch oft teilweise oder ganz wieder hergestellt werden. In der Regel ist das jedoch ein langwieriger Prozess. „Die Therapieauswirkungen werden mit unserer neuen Methode sofort sichtbar anhand der Gehirnstrommuster“, erläutert Prof. Dr. Hartmut Weigelt. Er ist der Entdecker dieser Anwendung, die aber erst durch die Partnerschaft mit dem Herdecker Ambulanticum und der außergewöhnlichen Ausstattung dieser Einrichtung mit Therapiegeräten möglich war. „Das Ambulanticum verfügt über eine ganze Kette von Therapiemöglichkeiten, die in sich eine zielführende Logik hat. Daher ist das Ambulanticum zurzeit weltweit die einzige Einrichtung, in welcher derartige Untersuchungen möglich sind“, so der Mediziner.

Untersuchung im Locomaten
Ausgangspunkt ist eine Untersuchung im Locomaten, einem ausgeklügelten Hightech-Gangroboter, der die Motorik von menschlichen Gliedmaßen exakt nachahmen kann. Der Patient bewegt sich in dem Locomaten entweder selbst aktiv, oder er wird durch das Gerät bewegt, wenn er dazu nicht in der Lage ist. Gleichzeitig werden seine Hirnströme gemessen. Durch eine spezielle Datenverarbeitung können die Wissenschaftler und Therapeuten den Erfolg des Bewegungstrainings direkt, also noch während der Bewegung ablesen. Somit wird eine sehr gezielte Therapie möglich, ohne den Patienten zu über- oder zu unterfordern. Bisher waren Therapieerfolge oder auch Misserfolge oft erst nach wochenlangem Training erkennbar.

Die Therapie kann in einem weiteren Schritt aber auch dazu genutzt werden, dass zum Beispiel bei Schlaganfallpatienten „eingeschlafene“ Gehirnregionen durch gezielte Bewegung im Locomaten wieder zum Leben erweckt werden.

„Wir sind stolz, dass dank unserer Zusammenarbeit ein Weg gefunden werden konnte, um Schlaganfallpatienten oder Patienten im Wachkoma wesentlich gezielter und effektiver helfen zu können“, so Dr. Bernd Krahl, Geschäftsführer des Ambulanticums. Angestrebt wird nun, dass diese Form der Therapie in Zukunft von den Krankenkassen übernommen wird. Dazu wird zurzeit eine Studie erarbeitet, die den Wirksamkeitsnachweis gegenüber den Kostenträgern und dem Bundesausschuss für Gesundheit erbringen soll.

Jürgen Theobald
Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-wetter-und-herdecke/einblicke-ins-hirn-helfen-patienten-id8598193.html

Deutscher Engagementpreis 2013: 4 Nominierungen

deutscher-engagementpreis-2013Mit der Schwerpunktkategorie "Gemeinsam wirken - mit Kooperationen Brücken bauen" würdigt der Deutsche Engagementpreis im Jahr 2013 Kooperationen unterschiedlicher Initiativen, die gemeinsam ein Ziel verfolgen. Die Zusammenarbeit verwirklicht den Austausch zwischen Menschen, Generationen oder Kulturen.

Marion Schrimpf und Dr. Bernd Krahl haben als Geschäftsführer des
AMBULANTICUM© für ihre Hingabe und ihren unermüdlichen Willen
bei der Arbeit im AMBULANTICUM© vier Nominierungen für den
Deutschen Engagementpreis 2013 erhalten.


Lesen Sie nachfolgend die wörtlichen Begründungen der Nominierenden.

"Das Team des AMBULANTICUM© setzt sich unermüdlich und mit viel Herz und Kompetenz für die ambulante Rehabilitation neurologisch betroffener Menschen ein. Betroffene und Angehörige finden immer ein offenes Ohr und werden aufgefangen. Aus der eigenen Krankheitsgeschichte hat sich etwas entwickelt, was nun anderen Patienten helfen kann, die langanhaltenden Folgen einer neurologischen Erkrankung zu bewältigen. Hier wird auf dem neusten Stand der Technik und Wissenschaft hervorragende Arbeit geleistet."

"Die Organisation sollte den Deutschen Engagementpreis für ihren außergewöhnlichen Einsatz für Wachkomapatienten und deren Angehörige gewinnen. Die Organisation engagiert sich vorbildlich für die Rehabilitation von Wachkomapatienten und anderen neurologisch Erkrankten. Als Angehörige einer Wachkoma-Patientin finden wir diesen Einsatz bemerkenswert und halten diese Organisation für nahezu einzigartig in Deutschland."

"Schlaganfallbetroffener hat ein Therapiezentrum für Menschen mit Neurologischen Störungen und Wachkomapatienten eröffnet. Neueste Geräte aus der Schweiz, Therapeuten und Inhaber arbeiten mit Herz und Seele. War dort mit meinem Vati. Noch nie habe ich erlebt, dass jemand so menschlich war. Danke."

"Überragenden, empathischen und selbstlosen Einsatz für Wachkomapatienten und Menschen mit anderen neurologischen Erkrankungen. Von Ärzten zum Sterben verurteilten Patienten und deren Angehörigen wird in bemerkenswerter Weise ein Iebenswertes Dasein vermittelt. Als zu Hause pflegende Wachkoma-Angehörige spreche ich auch im Namen anderer, sich mit mir in gleicher Situation befindlichen, Menschen. Das Engagement verdient in jeder Hinsicht einen übergroßen Dank und ein "bitte kämpft weiter für uns"."

Das gesamte Team des AMBULANTICUM© freut sich sehr über die Nominierungen.

Quelle: http://www.deutscher-engagementpreis.de

Die Techniker und Ambulanticum schließen Rahmenvereinbarung

Die Techniker und das AMBULANTICUM© schließen Rahmenvereinbarung zur Kostenübernahme von Versorgungskonzepten für Menschen mit stark eingeschränkter Bewegungs- und Gangfähigkeit im Rahmen einer Erkrankung des ZNS.

Das AMBULANTICUM© und die Techniker wollen bei der Behandlung von Kinder und Erwachsenen mit motorischen Entwicklungsstörungen oder stark eingeschränkter Bewegungs- und Gangfähigkeit neue Wege gehen. Für das intensive ambulante interdisziplinäre Therapiekonzept werden bewährte Behandlungsverfahren aus der Physio-, Ergo- und Sporttherapie mit modernsten robotik- und gerätegestützten Therapien so zusammengeführt, dass ein zurzeit in Deutschland einmaliges intensives ambulantes Behandlungskonzept entsteht.

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Im AMBULANTICUM© findet eine an die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen
der Patienten adaptierte Indikationsstellung bezüglich der Behandlung statt. Ziel ist es,
durch individuelle, gezielte Behandlungen und innovative Therapiemaßnahmen eine
nachhaltige Verbesserung der Funktionen zu erreichen und diese für den Alltag der
Patienten nutzbar zu machen. Dabei wird angestrebt, die Mobilität des Patienten zu
verbessern und zu stabilisieren. Der Patient soll in die Lage versetzt werden, ein
größtmögliches Maß an Selbstständigkeit zu erreichen.

Die vereinbarten Therapieprogramme berücksichtigen sowohl medizinische Aspekte
(z.B. die Verminderung von immobilitätsbedingten Komplikationen) als auch
psychologische Effekte (z.B. Angst und Depressivität).

Weitere Informationen

Behandelt werden Erwachsene, die folgende Indikationen nach ICD 10 aufweisen:

G 46. – Zerebrale Gefäßsyndrome bei zerebrovaskulären Krankheiten (exklusive 46.4)
G 80. – Infantile Zerebralparese
G 81. – Hemiparese und Hemiplegie
G 82. – Paraparese und Paraplegie, sowie Tetraparese und Tetraplegie;
(folgende Unterpunkte: G82.01, 82.03, 82.09, 82.11, 82.13, 82.19, 82.21,
82. 23, 82.29, 82.31, 82.33, 82.39, 82.41, 82.43, 82.49, 82.51, 82.53, 82.59)
G 83.1 – Monoparese und Monoplegie einer unteren Extremität – Lähmung eines Beines
G 93.1 Anoxische Hirnschädigungen, anderorts nicht klassifiziert
I60. – bis I66. Zerebrovaskuläre Krankheiten
I69. – Folgen einer Zerebrovaskulären Erkrankung
S 06. – Interkranielle Verletzungen – exklusive S06.0, S06.1, S06.7, S06.8
M 62.3 – Immobilitätssyndrom
M 62.4 – Muskelkontrakturen
M 62.5 – Muskelschwund und –atrophie, anderorts nicht klassifiziert
R 26. – Störungen des Ganges und der Mobilität
R 27. – Sonstige Koordinationsstörungen


Neben der ICD müssen die Patienten noch folgende Kriterien erfüllen:

  1. Der Krankheitsbeginn bzw. das Krankheitsereignis oder der Unfall müssen mindestens ein Jahr zurückliegen.
  2. Der Patient bzw. die Patientin muss der Kategorie 0 oder 1 der Functional Ambulantion Categories zuzuordnen sein.

Behandelt werden können nur Patienten, auf die keines der folgenden Kriterien zutrifft:

  1. Starke neuropsychologische Defizite, wie unter anderem schwergradige Aufmerksamkeitsstörungen, Auffassungsstörungen und Gedächtnisstörungen.
  2. Scherwiegende Sprachstörungen, insbesondere schwere Störung des Sprachverständnisses
  3. Schwere Affektstörungen wie z.B. schwere Depression und Ängste
  4. Offensichtlich geringe Therapiemotivation
  5. Kleinhirnbetroffenheit
  6. Körpergewicht über 135 KG
  7. Frisch implantierte Endoprothesen
  8. Andere medizinische Aspekte, die gegen eine intensive Therapie sprechen (z.B.: akute kardiale Begleitsymptome).


Behandelt werden Kinder zwischen dem 4. und 18. Lebensjahr, die folgende Indikationen nach ICD 10 aufweisen:

G 80 – Infantile Zerebralparese
G 82 – Paraparese und Paraplegie, Tetraparese und Tetraplegie
G 83 – Sonstige Lähmungssyndrome
I 69.3 – Folgen eines Hirninfarktes

Neben der ICD müssen die Patienten noch folgende Kriterien erfüllen:

  1. Die motorischen Fähigkeiten der Kinder müssen den Stufen 3 und 4 des "Gross Motor Function Classification Systems" (GMFCS) entsprechen.

Behandelt werden können nur Kinder, auf die keines der folgenden Kriterien zutrifft:

  1. Starke neuropsychologische Defizite, wie unter anderem schwergradige Aufmerksamkeitsstörungen, schwergradige Auffassungsstörungen und schwergradige Gedächtnisstörungen.
  2. Schwere Fußdeformitäten
  3. Stark ausgeprägtes Streckdefizit im Kniegelenk ( passive ROM >10°)
  4. Postoperativer Status <5 Wochen
  5. Belastungsinstabiler Knochen- und Gelenksstatus
  6. Andere medizinische Aspekte, die gegen eine intensive Therapie sprechen (z.B.: akute kardiale Begleitsymptome).

Patientin der Stiftung Bethel profitiert von robotikgestützter Therapie

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Hagen: Erste Frau mit erworbener Hirnschädigung im Haus Grünrockstraße

Auf die Reise mit der Freundin hatte sie sich so gefreut. Aber anstatt die „schönste Zeit“ im Jahr unbeschwert genießen zu können, erlitt Susanne Boestfleisch am Urlaubsort einen schweren Schlaganfall. Seitdem weiß ihr Gehirn nichts mehr von ihrer rechten Körperhälfte, und auch sprachlich ist sie stark eingeschränkt. Ein Jahr verbrachte die angesehene Mitarbeiterin einer Rechtsanwaltspraxis in einem Altenheim - meistens liegend im Bett -, bevor sie in die Betheler Einrichtung „Grünrockstraße“ in Hagen-Hohenlimburg kam. Hier legt man großen Wert darauf, die 49-jährige zu fördern, und arbeitet dafür auch mit dem AMBULANTICUM© in Herdecke zusammen. Mit Hilfe von Spenden konnte man ihr dort eine hochmoderne Therapie vermitteln.

Susanne Boestfleisch bleibt der „Therapietourismus“ erspart, den Dr. Bernd Krahl, Geschäftsführer des AMBULANTICUM©, auf sich nahm. Nach zwei Schlaganfällen war der Zahnarzt selbst ein Schwerstpflegefall mit der Dauerperspektive „ Bett und Rollstuhl“. Seine Frau gab sich damit aber nicht zufrieden, sondern reiste mit ihm durch Europa auf der Suche nach den neuesten Therapien. Wenn Dr. Krahl heute durch sein 2011 eröffnetes AMBULANTICUM© geht und mit Mitarbeitern und Patienten spricht, ist er das beste Beispiel dafür, was durch moderne Rehabilitation möglich ist. „Mit unserem ambulanten Zentrum wollen wir zeitgemäße Therapien für jeden zugänglich machen“, betont seine Frau Marion Schrimpf, ebenfalls Geschäftsführerin des AMBULANTICUM©.

Von ihrer Initiative profitiert jetzt Susanne Boestfleisch. Heute hat sie Karsten Raue, Bereichskoordinator des Hauses Grünrockstraße, in das rund 15 Kilometer entfernte Therapiezentrum gebracht. Oft übernimmt auch ihre Freundin diese Aufgabe. Dafür wurde sie in die Handhabung des Betheler Dienstwagens eingewiesen. Zwei Mal in der Woche übt Susanne Boestfleisch im AMBULANTICUM© am „Lokomaten“, einem robotergestützten Gangtrainer.

Mit ihrem Rollstuhl wird Susanne Boestfleisch auf das Laufband des Gerätes gefahren. Sporttherapeut Fabian Wegehaupt legt ihr ein Gurtsystem um, das an einer Aufhängung befestigt ist. Mit dessen Hilfe kann die Patientin nicht nur aus ihrem Rollstuhl in den Stand gehoben werden, sondern es lässt sich auch bestimmen, wie viel von ihrem Körpergewicht sie belasten soll. „35 Kilo reichen, sonst wird es zu anstrengend“, erläutert der Diplom-Sportwissenschaftler und stellt die Gewichtsentlastung entsprechend ein. Danach wird Susanne Boestfleisch an Hüft- und Kniegelenken mit Orthesen verbunden, die einen Motor und Sensoren haben. Die Orthesen – medizinische Hilfsmittel, die eingeschränkt funktionstüchtige Körperteile unterstützen - werden per Computer gesteuert. Mit Hilfe der High-Tech-Orthesen können jetzt die Beine bewegt werden; Susanne Boestfleisch beginnt zu laufen. Die hochempfindlichen Sensoren erfassen ihre Eigenaktivität, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen wäre, und geben eine Rückmeldung (Biofeedback) an den Therapeuten. So kann dieser die Orthesen optimal steuern. Für jeden einzelnen Antrieb legt er die Anteile von Eigenaktivität und mechanischer Unterstützung fest, um den bestmöglichen Trainingseffekt zu erzielen. Für die Motivation der Patienten werden auch interaktive Computerprogramme eingesetzt – zum Beispiel mit einer Figur, die über eine Wiese geht und Tiere einsammelt. Die Figur kann Susanne Boestfleisch durch ihre Eigenaktivität selbst steuern.

„Frau Boestfleisch, noch fünf Minuten?“, ermuntert Fabian Wegehaupt seine
Patientin. Aber ein Blick in ihr Gesicht sagt ihm: Für heute reicht es. 33 Minuten
ist Susanne Boestfleisch gelaufen und gegangen, 721 Meter hat sie geschafft.
„In der Neurologie ist es wichtig, dass man etwas mit ganz vielen Wieder-
holungen beübt“, sagt der Sporttherapeut. „So besteht die Chance, dass
gesunde Gehirnareale lernen, die Funktionen geschädigter Bereiche zu
übernehmen.“ Susanne Boestfleisch hat schon Fortschritte gemacht:
Sie schafft es inzwischen, aufrecht zu stehen, die Computerfigur genauer
zu bewegen, und beim Aufstehen aus dem Rollstuhl kann sie bereits mithelfen.
„Ob es in kleinen oder großen Schritten vorangeht, das ist von Patient zu
Patient unterschiedlich“, hat Fabian Wegehaupt festgestellt. „Wir hatten
sogar schon einen Patienten, der nach zwei Intensivtherapien über je sechs
Wochen mit dem Rollator hier hinausgegangen ist. Vorher konnte er nicht
alleine sitzen!“

Dass Susanne Boestfleisch die Therapie machen kann, ist nicht selbstverständlich. Die Anwaltskanzlei hat dafür gespendet, ebenso ihre Freundin und deren Kollegen. Auch mit einem Spendenbetrag der Betheler Freunde und Förderer wurde die Maßnahme unterstützt. Jede „Partei“ brachte 2.000 Euro ein. Dr. Bernd Krahl und Marion Schrimpf kämpfen zurzeit bei den Kostenträgern darum, dass sie die Kosten robotikgestützter Therapien übernehmen. „Wenn diese in den Heilmittelkatalog aufgenommen würden, wäre das der Durchbruch für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen“, sind sie überzeugt. Innovative Therapieformen bedeuteten eine Umsetzung der Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft, aber durch den streng reglementierten Gesundheitsmarkt sei ihre Einführung nur schwer realisierbar. „Die neurologische Nachsorge in Deutschland könnte zeitgemäßer sein, wenn statt der Wirtschaftlichkeit der Patient in den Vordergrund gerückt würde. Und mittel- und langfristig können sogar Kosten gespart werden, wenn neurologische Patienten nicht auf Dauer Pflege benötigen.“ Erste Signale, die Kosten zu übernehmen, gibt es inzwischen von einer Krankenkasse.

Im Haus Grünrockstraße hofft man darauf, dass die speziellen Therapien bald für alle Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen zugänglich sind. In der Einrichtung leben 24 Menschen mit Behinderung; Susanne Boestfleisch ist die erste Bewohnerin mit einer erworbenen Hirnschädigung. Auch die nächsten fünf Plätze, die frei werden, sind für Menschen mit dieser Behinderung bestimmt. „Wir wollen mehr Betroffene aufnehmen, weil es in Hagen bisher kein Angebot für sie gibt und der Bedarf immens hoch ist“, informiert Bereichsleiterin Sabine Meyer. Oft werden Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen in Altenheimen betreut, weil Alternativen fehlen. Dort ist man aber nicht auf ihren speziellen Hilfebedarf eingerichtet. Auch Susanne Boestfleisch habe im Altenheim nur wenig Förderung erhalten, bedauert Sabine Meyer. Jetzt aber bemerke man bereits kleine Verbesserungen. Darum halten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Grünrockstraße auch Augen und Ohren auf, wenn sie Susanne Boestfleisch ins AMBULANTICUM© begleiten. Karsten Raue hat festgestellt: „Dort bekommt man gute Tipps für den Alltag in unserer Einrichtung.“ Und die setzen die Mitarbeitenden gerne um, denn sie wissen, dass Susanne Boestfleisch möglichst alles wieder können will, was sie verloren hat.

- Petra Wilkening –

Quelle: DER RING
Fotos: Elbracht